Notrufnummern weltweit
Wenn Sie in einer fremden Stadt einen Unfall haben, krank werden oder bestohlen werden, spart das Wissen um die richtige Nummer wertvolle Minuten. In diesem Ratgeber erklären wir, wo gemeinsame Nummern wie 112, 911 und 999 gelten, wie Anrufe mit ausländischer SIM-Karte oder ganz ohne SIM-Karte funktionieren und was Sie vor der Abreise speichern sollten. Am Ende der Seite finden Sie die Nummern von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr nach Ländern in einer Tabelle.
Zuletzt aktualisiert: November 2026
Kurz gesagt: drei Nummern zum Merken
- 112 — Die gemeinsame Notrufnummer in allen Ländern der Europäischen Union, in der Türkei und in vielen weiteren Ländern. Dank des GSM-Standards funktioniert sie auch in vielen Mobilfunknetzen.
- 911 — Die allgemeine Notrufnummer in den USA, Kanada, Mexiko und Teilen Amerikas; in manchen Ländern wird sie auf die 112 umgeleitet.
- 999 — Die Nummer im Vereinigten Königreich und in einigen ehemaligen britischen Kolonien (Polizei in Hongkong, Malaysia und Singapur, einige Golfstaaten). Im Vereinigten Königreich funktioniert auch die 112.
Eine Nummer oder getrennte Nummern?
In manchen Ländern verbindet eine einzige Nummer mit allen Notdiensten: Die Leitstelle hört sich die Lage an und schickt Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehr. Die 112 in der Europäischen Union und die 911 in Nordamerika sind die bekanntesten Beispiele für dieses System.
In vielen Ländern haben die Dienste dagegen eigene Nummern. In Japan etwa erreicht man die Polizei unter 110, Rettungsdienst und Feuerwehr unter 119; in China die Polizei unter 110, den Rettungsdienst unter 120 und die Feuerwehr unter 119. Deshalb ist es sinnvoll, nicht nur die allgemeine Nummer, sondern auch die einzelnen Nummern Ihres Reiselandes zu kennen. Bei Ländern ohne allgemeine Nummer bleibt diese Spalte in der Tabelle leer.
Anrufen mit ausländischer SIM: Warum funktionieren 112 und 911 fast überall?
GSM und die nachfolgenden Mobilfunkstandards erkennen die 112 als Notrufnummer an, und viele Telefone und Netzbetreiber behandeln die 911 ebenso. Wählen Sie also mit einem Telefon im Roaming die 112 oder 911, leitet es den Anruf in den meisten Ländern an den örtlichen Notdienst weiter; eine Ländervorwahl ist nicht nötig.
Eine Garantie ist das allerdings nicht. Die Weiterleitung hängt vom Netz und den Telefoneinstellungen ab; in manchen Ländern landet der Anruf in einem Callcenter, und es kann Sprachprobleme geben. Am zuverlässigsten ist es, die landeseigene Nummer zu wählen.
Anrufen ohne SIM-Karte oder mit gesperrtem Telefon
In vielen Ländern sind Notrufe auch vom Sperrbildschirm aus möglich; dafür gibt es die Taste „Notfall“ oder „SOS“ auf dem Display. Die Regeln für Anrufe ohne SIM-Karte unterscheiden sich jedoch je nach Land: Manche Länder nehmen Notrufe ohne SIM nicht an, um Missbrauch zu verhindern.
Nutzen Sie statt einer physischen SIM eine eSIM, stellen Sie sicher, dass die Leitung aktiv und im Netz registriert ist. Manche Smartphones können Notfallnachrichten über Satellit senden, diese Funktion gibt es aber nur in bestimmten Ländern und bei bestimmten Modellen.
Touristenpolizei und andere Hilfetelefone
In einigen stark touristischen Ländern gibt es eine eigene Touristenpolizei für ausländische Besucher. Beispiele sind Thailand, Ägypten, Griechenland und einige Länder Lateinamerikas. Dort arbeitet meist englischsprachiges Personal, was die Meldung von Fundsachen, Betrug oder Diebstahl erleichtert.
Außerdem gibt es in vielen Ländern Sondernummern wie Giftnotruf, Seenotrettung, Bergrettung oder Hilfetelefone für Frauen. Wenn Sie eine Wanderung oder Bootstour planen, informieren Sie sich vorab über die örtliche Rettungsnummer.
Was sagt man beim Notruf?
- Bleiben Sie zuerst ruhig und sagen Sie, wo Sie sind: Adresse, Hotelname, ein Gebäude in der Nähe oder der Kartenstandort auf Ihrem Telefon.
- Schildern Sie kurz, was passiert ist, und sagen Sie, wie viele Personen Hilfe brauchen.
- Legen Sie nicht auf, bevor die Leitstelle es Ihnen sagt.
- Wenn Sie die Landessprache nicht sprechen, bitten Sie um jemanden, der Englisch spricht; viele Leitstellen bieten Dolmetscherunterstützung.
- Viele Smartphones senden bei einem Notruf automatisch Ihren Standort (AML). Diese Funktion wird nicht in jedem Land unterstützt, nennen Sie Ihren Standort daher auch mündlich.
Vor der Abreise
- Speichern Sie die Nummern von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr Ihres Reiselandes als Kontakte im Telefon.
- Notieren Sie Adresse und Telefonnummer der Botschaft oder des Konsulats Ihres Landes vor Ort; bei Passverlust ist das Ihre erste Anlaufstelle.
- Füllen Sie in Ihrem Telefon den Notfallkontakt und die medizinischen Angaben aus; diese Informationen sind vom Sperrbildschirm aus sichtbar.
- Speichern Sie die 24/7-Notrufnummer Ihrer Reiseversicherung.
- Bewahren Sie eine Kopie Ihres Reisepasses und wichtiger Dokumente offline zugänglich auf.
Notrufnummern nach Ländern
Quellen: Informationen der Europäischen Kommission zur 112, ITU-Liste der Notrufnummern und Wikidata; die Länderdaten wurden mit offiziellen Quellen abgeglichen. Nummern können sich im Laufe der Zeit ändern, und in manchen Ländern gibt es regionale Unterschiede; prüfen Sie sie vor einem Notfall bei lokalen Quellen.